Veranstaltungen und Aktuelles

Ein Picknick ganz in Weiß

Rathaus Karree lädt zum dritten Mal zum Diner en blanc in die Brückstraße

 

Emden. Ganz in Weiß soll es am nächsten Freitag in der Brückstraße zugehen. Dann laden die Werbegemeinschaft Rathaus Karree, das Ostfriesische Landesmuseum sowie agilio zum inzwischen dritten „Diner en blanc” ein. Und weiß soll dabei nicht nur die Kleidung der Gäste sein. Auch die grünen Laternen in der kleinen Einkaufsstraße hinter dem Rathausbogen sollen mit weißem Krepppapier eingehüllt werden, sagte Dieter Peters von agilio gestern im Pressegespräch. Dazu gibt es etwa 100 Plätze an der langen weißen Tafel. Blumenschmuck, natürlich in Weiß und schneeweiße Tischdecken sollen den passenden Rahmen bieten. „Den Rest bringen die Gäste mit”, sagte Peters.

Das Prinzip des „Diner en blanc” kommt auch in Emden gut an, meinen die Veranstalter. So sei die Besucherzahl beim zweiten Picknick im vergangenen Jahr bereits gestiegen und auch für die nächste Woche werden bis zu 100 Dinner-Teilnehmer zu diesem Abendbrot der besonderen Art erwartet, hieß es. Der Clou ist dabei, dass es kein Catering vor Ort gibt. Jeder bringt etwas von zu Hause mit und stellt es auf den Tisch. „Dann kann man sich dann durch das Speisenangebot probieren und hin und her tauschen”, sagte Gerhard Teerling von der Werbegemeinschaft Rathaus Karree.

Mitgebracht werden kann laut Veranstalter eigentlich alles. Fleisch muss allerdings durchgebraten sein, halb gare Gerichte oder Mett sind nicht gestattet. Gleiches gilt für Gerichte, die viel Mayonnaise enthalten. „Das funktioniert nicht, da wir ja unter freiem Himmel dinieren”, erklärte Peters. Auch Weine und andere Getränke dürfen und sollen mitgebracht werden. Und weil die Gäste alles selber mitbringen und untereinander die Speisen und Getränke tauschen, braucht auch niemand etwas zu bezahlen, betonte Peters. „Man muss auch nicht zwangsläufig in Weiß kommen”, fügte Teerling hinzu.

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal auch etwas Musik dazu. So sollen die Malle Diven, ein Projektchor der Ländlichen Akademie Krummhörn-Hinte, um 18 Uhr ein Medley aus Liedern ihres neuen Theaterstücks zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht präsentieren. „Das ist sogar eine Art Uraufführung der Lieder”, sagte Wolfgang Höfer von der Werbegemeinschaft.

Diner en blanc, 30. August, 17 bis 20 Uhr, Eintritt frei, Brückstraße

 

@ Emder Zeitung vom 24. August 2019, Bild: EZ, Hasseler

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Ein ganzes Wochenende lang hat der Emder Stadtgarten zum Schlemmen eingeladen: Kulinarische Köstlichkeiten wohin das Auge reichte! Und mittendrin agilio, erstmals gemeinsam mit dem Leckerpott.

Zwischen getrockneten Wildblumen, frischen Kräutern und ganz im Zeichen der ostfriesischen Tradition kreierte das Team agilio/Leckerpott verschiedene regional-typische Gerichte: eine vegane Kräuter-Gemüse-Suppe, „Grön Hein“ alias Birnen, Bohnen und Speck vom Bentheimer Schwein, einen Schmorbraten vom Heckrind an Bagbander Biersoße und den ostfriesische Hüdel!

Was ein ostfriesischer Hüdel ist? Das ist ein Hefekloßtörtchen mit Vanillesoße und Birnen. Mmmh… einfach lecker!

Und das Ganze mit frisch geernteten Birnen und Salzwiesenkräutern vom Ökowerk!

Wir freuen uns aufs nächste Jahr!

Emden, den 14. August 2019, Bild: agilio gGmbH

Reparieren statt gleich zu entsorgen kommt an

Repair-Café mit großen Zuspruch auch in den neuen Räumen

Emden. Es wurde fleißig repariert, und manch vermeintlich hoffnungsloser Fall konnte am Samstagnachmittag durch ehrenamtlichen Einsatz doch noch vor dem Wegwerfen gerettet werden. Das vierte Treffen des Repair-Cafés, diesmal in den Räumen des CVJM Emden, stieß wieder auf großen Zuspruch.

Schon kurz nach 13 Uhr wurde an den einzelnen Stationen repariert und getüftelt, um manch' Lampe, Fahrrad oder Wecker noch einmal in Gang zu bringen. Dazu gab es Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Alles gegen eine Spende. Fast im Minutentakt kamen neue „Kunden” ins Café. Diesmal war auch ein Kaffeevollautomat dabei, den seine Besitzer nicht einfach aufgeben wollten.

„Der Nachhaltigkeitsgedanke rückt immer mehr ins Bewusstsein der Menschen”, meinte deshalb Maike Klingenberg von agilio. Neben agilio wird das ehrenamtliche Reparatur-Projekt von der Hochschule Emden/Leer, dem Verein „Das Boot” und der reformierten Kirche organisiert.

Ursprünglich fand das Treffen bei agilio in der Brückstraße statt. Weil die ersten drei Treffen aber dermaßen viel Zulauf hatten, wurde es einfach zu eng. Kurzerhand zog das Team nun um und wird auch in Zukunft in den Räumen des CVJM seine ehrenamtlichen Dienste anbieten.

Um aber weiterhin die Verbindung in die Brückstraße zu erhalten, soll parallel zum Repair-Café eine Art Tauschbörse in den Räumen von agilio iniziiert werden, hieß es. Fast 30 Reparateure kümmern sich um die mitgebrachten Haushaltartikel und Fahrräder. Was dem Team des Repair-Cafés noch fehlt, ist ein elektronischer Gerätetester, heißt es. Von Jens Tammen

Die nächsten Termine: 20. Juli, 10. August, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember. Von 13 bis 17 Uhr beim CVJM Emden.

@ Emder Zeitung vom 11. Juni 2019, Bild: J. Tammen

Das „weiße Gold” steht im Fokus

Morgen in der Brückstraße: hiesigen Spargel essen, an langen Tischen sitzen und gemütlich ins Pfingstwochenende starten

Von Heike Goyert


Emden. Bereits zum sechsten Mal laden die Werbegemeinschaft Rathaus-Karree Emden e.V., das Restaurant Goldener Adler und die agilio gGmbH mit dem Leckerpott zum „SpargelTafeln am Rathausbogen” ein. Am Sonnabend, 8. Juni, wird von 11 bis 14 Uhr das sogenannte „weiße Gold” in verschiedenen Variationen serviert.

Insgesamt rund 150 Kilogramm geschälter Spargel werden verarbeitet und an den Verkaufsständen vom Goldenen Adler und dem Leckerpott von agilio in Form von kulinarischen Klassikern und neuen Kreationen verkauft. Dabei handelt es sich um hiesigen Spargel und auch die anderen Produkte stammen aus der Region. An beiden Verkaufsständen werden außerdem kühle Getränke verkauft.

Neben Suppen und verschiedenen Hauptspeisen gibt es auch ein spezielles Dessert. „Die Spargel-Crème-Brûlée ist eine Kombination aus salzig und süß”, sagte Wolfgang Huland, Küchenleiter beim Leckerpott und erstmals beim „SpargelTafeln” mit dabei. Rainer Ahlers, Küchenmeister und Mitinhaber vom Goldenen Adler, ist bereits seit Beginn im Jahre 2014 mit dabei.

„Uns geht es um gutes Essen in geselliger Atmosphäre”, sagte Gerhard Teerling, Pressesprecher vom Rathaus-Karree. „Daher steht der Spargel im Mittelpunkt.” Wie seine Kollegen Jutta Ludolph und Wolfgang Höfer gehört Teerling zu den Gewerbetreibenden in der Brückstraße und alle sind Mitglied im Rathaus-Karree.

An langen Tafeln, die in der Brückstraße aufgebaut und sommerlich dekoriert werden, finden rund 240 Personen Platz. „Wir werden sicherheitshalber auch Pavillons aufbauen, entweder als Regen- oder als Sonnenschutz”, sagte Maike Klingenberg, zuständig bei agilio für Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. „Bisher haben wir aber immer sehr viel Glück mit dem Wetter gehabt, hoffentlich auch in diesem Jahr.”

Erstmals findet das „SpargelTafeln” nicht am ersten Juni-Wochenende statt, da es dann eine Kollision mit dem Matjesfest gegeben hätte. „Aber so können wir das Pfingstpublikum mit einbeziehen”, sagte Wolfgang Höfer.

Die Geschäfte in der Brückstraße haben am Sonnabend auch bis mindestens 14 Uhr geöffnet, sodass die Besucher das Essen mit einem Einkaufsbummel verbinden können.

Darüber hinaus wird es Aushänge in der Brückstraße 27 geben, die Interessantes und Wissenswertes rund um den Spargel zeigen. Und wer seinen Spargel lieber oder zusätzlich noch selber zubereiten möchte, der kann am Verkaufsstand von Bahlmann weiteren Spargel kaufen.

@ Emder Zeitung vom 07. Juni 2019, Bild: Heike Goyert

Osterhase unterwegs im Rathaus-Karree

Zum 9. Mal wird im Bereich hinterm Rathaus ein Ostermarkt veranstaltet

Emden. Am Sonnabend, 13. April, findet im Rathaus Karree bereits zum 9. Mal der „Ostermarkt” statt. Von 10 bis 14 Uhr haben die Werbegemeinschaft Rathaus Karree, das Ostfriesische Landesmuseum Emden, die Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistungen in Ostfriesland (agilio) sowie die Anrainer der „Kleinen“ Brückstraße ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt mit verschiedenen Aktionen und Angeboten.

„Mit dieser Veranstaltung ist das Rathaus Karree damals gestartet und ist heute ein fester Punkt im Veranstaltungskalender”, erinnerte sich Gerhard Teerling beim Pressegespräch, das erstmals im Thiele Tee Kontor in der Faldernstraße stattfand, „denn auch diese Straße gehört zu unserem Rathaus Karree dazu.”

Begrüßt werden die Besucher am Sonnabend vom Osterhasen, der durch die Brückstraße, die Faldernstraße und eventuell auch mal durch die Innenstadt laufen wird. Dabei wird er neben bunt gefärbten Eiern (1000 Stück sind bestellt), auch Primeln (400 Pflanzen wurden geordert) und Möhren verteilen. „Letztere sind vor allem bei Kindern sehr beliebt, die beißen häufig gleich rein”, so Jutta Ludolph.

Die Anrainer haben verschiedene Aktionen vorbereitet. So wird das Landesmuseum die Junior Beetles herausstellen, es wird einen Eierlauf geben und ein Bastelangebot für die ganze Familie. „Unsere Museumspädagogik ist bereits bei den Vorbereitungen”, sagte Diethelm Kranz vom Ostfriesischen Landesmuseum.

Die anliegenden Geschäfte haben nicht nur bis 14 Uhr geöffnet, sondern sind auch mit Aktivitäten vertreten. So gibt es beispielsweise beim CVJM einen Bücherflohmarkt, bei „Hussel” einen Schokobrunnen mit Obstspießen und eine Tombola, der Sozialverband Deutschland ist erstmals dabei und wird Waffeln backen, die Jugendfeuerwehr bietet Löschübungen für Kinder an und bei der „Bücherstube” beziehungsweise dem „Lesecafé” gibt es nicht nur leckeren Kuchen und Tee von Thiele, sondern auch Musik. „Von 11 bis 12 Uhr werden unter der Leitung von Here Wurps drei Chöre zu einem gemischten Chor werden. Aus Westerende-Bangstede, Ihlow und Riepe-Oldersum kommen rund 40 Personen zusammen”, sagte Mitinhaber Ewald Wübbena. Von 12 bis 13 Uhr zeigt dann der Chor „Hintermezzo” sein Können.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Stände vor den Geschäften mit unter anderem Töpfermarkt (Susanne Strohdiek), Marmeladen (Frau Domeier), Pelzwerkstatt (Jutta Ludolph), Kunstschmiede-Arbeiten (Rolf Schaa) sowie diverse Flohmarktstände.

Ums leibliche Wohl kümmert sich unter anderem auch „agilio” mit einem Grillstand und selbst gemachtem Kartoffelsalat sowie heißen und kalten Getränken. Als Aktivität gibt es für Kinder eine „Lehm- und Klei-Werkstatt” mit Werner Müller im „Mundjevull”. Heike Goyert

@ Emder Zeitung vom 09. April 2019, Bild: Heike Goyert

Endspurt am Delft

Das „Leckerpott” soll nächste Woche öffnen, die Möbel kommen heute

Emden. Einige Türzargen fehlen noch, der letzte Wandanstrich auch. Überall stehen noch Farbeimer verteilt auf dem Boden, die Treppenstufen sind abgeklebt und es gibt eine Menge Staub. Aber die Grundzüge des Restaurants sind schon deutlich zu erkennen. Heute werden noch 110 Stühle, ein Dutzend Meter Bänke und 30 Tische angeliefert. Kommende Woche soll das „Leckerpott” in Betrieb gehen.

Das Innenstadt-Gastronomie-Projekt der Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistungen in Ostfriesland (agilio) liegt damit genau im Zeitplan. Viele Überstunden der Handwerker sei Dank. Neun Monate lang wurde das fünfstöckige Haus am Delft neben dem Hauptsitz der Sparkasse Emden grundsaniert. Die Sparkassen-Tochter Emder Bau- und Boden investiert, wie berichtet, einen hohen sechsstelligen Betrag in das Gebäude, das sich auch äußerlich deutlich verändert. Statt der in die Jahre gekommenen weißen Fassadenplatten wird eine einheitliche Fassade aus neuen, grauen Fenstern und Glaselementen zu sehen sein, wenn am Freitag, wie geplant, das Baugerüst abgebaut wird.

Keine unerwünschten Essensgerüche

Aber ein gewichtiger Anteil der Investition wird dann für die Erfordernisse des Restaurants ausgegeben worden sein. Der Baubeginn im vergangenen Sommer verlief für die meisten unbemerkt im Innenhof, wo das Fundament für einen neuen Aufzug gegossen wurde. Das „Leckerpott” muss schließlich barrierefrei sein. Und auch die für eine moderne Restaurantküche erforderliche Be- und Entlüftungsanlage wird seinen Preis haben. Essensgerüche dürfen die Nachbarn nicht belästigen. Deshalb wird der Kochdunst durch alle Etagen weit über das Dach hinaus abgesogen.

Wie das funktioniert, soll ab Montag getestet werden. Dann wird es die ersten Probeläufe zum Mittagessen geben, zu denen geladene Gäste gebeten sind. „Wir müssen die Abläufe noch trainieren”, sagte agilio-Geschäftsführer Dieter Peters. Das Kern-Personal dafür steht aber schon bereit. Joachim Stelling ist als Restaurant-Leiter eingestellt, er arbeitete zuvor jahrelang im Jugendgästehaus in Papenburg, wo auch Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen ausgebildet werden. Im „Leckerpott”, das ausdrücklich ein Inklusionsbetrieb werden soll, werden ebenfalls Menschen mit Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, mitarbeiten. Acht Fachkräfte für die Küche und das Restaurant sind bereits gefunden, davon ein Koch mit einer Schwerbehinderung und eine Helferin, die nicht dem gängigen Größenniveau entspricht. Bis auf 16 Mitarbeiter soll noch aufgestockt werden, der Kern sich aber zunächst langsam einspielen.

Ab Mittwoch für alle Kunden offen

Die Speisekarte steht im Übrigen schon: sieben Mal die Woche Frühstücksbüffet (am Wochenende etwas größer), vier verschiedene Mittagsgerichte (davon immer ein „Leckerpott”-Eintopf, Fisch, Fleisch und vegetarisch) mit regionalen und ostfriesischen Gerichten, eine kleine Abendkarte mit Tagessuppe, Salat und selbst gebackenem Brot. Alles auch zum Außer-Haus-Verkauf am „Kiosk”, für den noch ein passender Namen gesucht wird.

Und während jetzt der Feinschliff im Restaurant mit Endreinigung, Einrichtung und Dekoration - alles mit original maritimen Objekten wie einer Gallionsfigur - geht es auch mit dem Innenausbau in den oberen Etagen weiter. Agilio hat zwei Büro-Etagen gemietet und wird ihren Sitz komplett vom EGZ an den Delft verlegen. Der Umzug ist nach Ostern geplant. Vorher aber wird der „Leckerpott” peu à peu eröffnet. Ab Mittwoch für alle. Von Stephanie Schuurman

@ Emder Zeitung vom 02. April 2019, Bild: Eric Hasseler

Leben in einer eigenen Welt

Autismus: Am Dienstag ist Welt-Autismus-Tag. Im Interview erzählt Erwin Dahlweg, Leiter des Emder Autismus-Therapiezentrums, was Autismus ist und wie die Therapie heute aussieht. Außerdem hat die Emder Zeitung Adrian Duncker an seinem Arbeitsplatz besucht. Der junge Emder ist Autist und erzählt, wie er im Leben damit zurecht kommt.

Kurzporträt: Adrian Duncker aus Emden

Mittlerweile kommt er im Leben ganz gut zurecht, sagt Adrian Duncker. Das verdankt der 29-Jährige vor allem seiner Therapie, wie er sagt. Denn der junge Emder ist Autist. Mit der Emder Zeitung sprach er über sein Leben und wie ihm die Therapie im Alltag hilft.

Zwei Jahre und zwei Monate sind es nun, die Adrian Duncker in Therapie ist. Das Autismus-Therapiezentrum Emden begleitet ihn seit dieser Zeit und hilft ihm im Alltag, erzählt der junge Mann. Und diesen Alltag kann er auch ganz gut meistern. So arbeitet er als Büroangestellter in der Verwaltung von agilio. „Die Arbeit macht mir Spaß, wir haben ein tolles Team”, sagt Duncker. Der junge Emder hat auch eine eigene Wohnung, in der er gut zurecht kommt. Das alles ist dank einer Einzeltherapie und zusätzlicher Unterstützung von agilio möglich, erzählt er.

In der Einzeltherapie hat er gelernt, neue Perspektiven zu erkennen und in Situationen selbst zu entscheiden, was er tun möchte. denn das sind gerade die Problempunkte, die Autisten im Alltag einschränken. Das alles hat er vor allem in der gesprächstherapeutischen Unterstützung und in der Verhaltenstherapie trainieren können.

„Ich habe mir selber immer sehr viel Stress gemacht, das hat mich dann auch einfach überfordert”, sagt Adrian Duncker. Dank der Therapie kann er sich jetzt davon lösen. Ist flexibel geworden und hat sich insgesamt stark gewandelt, wie er sagt. Außerdem kann er jetzt Dinge auch bewerten, sie wertschätzen. „Die negative Erwartungshaltung von früher ist weg”, sagt er und ergänzt „Heute . Das hänge auch an seiner entwickelten Eigenmotivation, meint Therapeut Erwin Dahlweg. Das Ziel sei es, dass der Therapeut schließlich überflüssig wird und sich Adrian Duncker eigenständig im Alltag bewähren kann, betonte Dahlweg.

Und das passiert in der Zeit, die er tatsächlich auch braucht. Einen straffen Zeitplan gibt es nicht. „Ich kann das in meiner eigenen Geschwindigkeit lernen”, erzählt Duncker. Seit der Therapie ginge es ihm viel besser, sagt er. Auch sei er über seinen Arbeitsplatz sehr dankbar. „Ich kann mich da entfalten. Es ist echt schön, dass das so möglich ist”, sagt er und strahlt. Eine Sonderseite von Jens Tammen.

@ Emder Zeitung vom 30.März 2019, Bild: Jens Tammen

Rettung für Mixer, Kochtopf und Co.

Zweites Emder Repair-Café lief noch besser als die Premiere im Januar

Emden. Schon das erste Emder Repair-Café im Januar hatte gut eingeschlagen. Damals kamen während der vierstündigen Reparaturzeit insgesamt 38 „Kunden” mit Haushalts- und anderen Geräten, die zwar defekt, aber noch nicht kaputt genug zum Wegwerfen waren. Beim zweiten Repair-Café an diesem Samstag lief es noch besser. Da hatten sich allein schon in der ersten Stunde 29 Besucher zu Agilio in die Brückstraße aufgemacht und am Eingang bei Anna Gerritzen von der Hochschule Emden/Leer mit ihrem Anliegen registrieren lassen.

Und laufend kamen neue Besucher. Mit Handmixern unterm Arm, bei denen das Kabel lose war. Mit Staubsaugern, bei denen der Schlauch neu angeklebt werden musste. Mit Kochtöpfen, bei denen die Griffe nicht mehr hielten. Sie alle bekamen eine Laufnummer, einen Tipp, welcher der zehn Reparateure ihnen wohl am besten helfen könne und den Hinweis, dass es aber nur eine begrenzte Haftung gibt, weil das Ganze nun einmal ehrenamtlich und kostenlos ist.

Aber das war für die „Kunden” total in Ordnung. Den meisten erschien es wichtiger, dass sich überhaupt noch mal jemand an der Rettung versucht. So wie bei der alten Pfaff-Nähmaschine, deren Kondensator kaputt war. Das nötige Ersatzteil ist aus dem Firmensortiment längst aussortiert. „Wir haben es jetzt erst einmal mit neueren Kondensatoren versucht, aber deren Baumaß ist zu groß”, erläuterte Reparateur Ulrich Kleinhans. „Nun schauen wir im Internet nach, ob wir dort noch einen Kondensator mit den nötigen 30 Jahren auf dem Buckel finden.”

Derweil hatte Daniel Strohbach schon wieder den 3-D-Drucker angeworfen, um kleinere Ersatzteile aus Kunststoff nachzubilden, die einen kleinen Kinderlocher wieder lochen lassen und den schon erwähnten Kochtopf wieder greifbar machen sollten.

„Erstmals bieten wir auch die Reparatur von Fahrrädern an”, ergänzte Jann Gerdes (Stadt Emden) stolz. Die nahm gerade Alfred Kieselbach in Anspruch. Bei seinem Mountainbike mussten die Gänge eingestellt werden. „Ich habe überhaupt kein technisches Verständnis”, gab er zu. Aber dafür gab es ja Hanno Stromann, der im Alltag Lehrer für Metalltechnik an den BBS II ist.

Drinnen zeigte sich Sabine Semken vom Verein „Das Boot” (neben Agilio, Hochschule, Stadt und reformierter Kirche Mitinitiator) begeistert davon, dass manche Besucher unter Anleitung sogar selbst mittüftelten. Wer das nicht wollte oder warten musste, konnte die Zeit bei kostenlosem Kaffee und Kuchen überbrücken. gwo

Das nächste Repair-Café findet am Samstag, 18. Mai, von 13 bis 17 Uhr bei Agilio (Brückstraße) statt.

@ Emder Zeitung vom 18. März 2019, Bild: E. Hasseler

Geht nicht? Gibt's nicht!

In der Brückstraße hatte das Emder Repair-Café Premiere. Die Tüftler schraubten, hämmerten und löteten fast pausenlos.

Emden. Erwachsene kennen das Ding als Höllenmaschine. Für den vierjährigen Mattes aber ist er bestimmt eines der besten Stücke aus seiner Spielzeugsammlung. Sonst hätte er ihn ja auch nicht mitgebracht, den kunterbunten Kinder-Kassettenrekorder mit angehängtem Mikrofon. Das ultimative Einstiegsmodell in die Welt der Soundsysteme ist kaputt. Tilman Neune, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Elektrotechnik der Hochschule, soll es reparieren. Wird er es schaffen?

Um Neune und seinen kleinen „Kunden” ist großes Gewusel. Menschen strömen herein, tragen Gerätschaften in Tüten, Kartons oder unterm Arm. Das erste Emder Repair-Café hat Premiere in den Räumen von Agilio in der Brückstraße. Die so simpel wie genial anmutende Idee, vermeintlich irreparable Dinge ehrenamtlich wieder instandzusetzen, um der Wegwerfgesellschaft etwas entgegenzusetzen, finden offensichtlich viele Emder bestechend.

Rund 40 Reparateure zählt der Repair-Pool der Organisatoren inzwischen. Und ein gutes Drittel von ihnen sitzt an diesem Samstag vier Stunden lang an den bereitgestellten Tischen - und an einem Computer, um verschollene Schaltpläne oder Bedienungsanleitungen ausfindig zu machen. Schraubendreher, Seitenschneider, Kombizangen, Heißluftpistolen liegen herum. Manchmal fehlt etwas. Ein Problem ist das nicht. „Wer braucht noch 'was? Soll mein Mann noch etwas von zu Hause mitbringen?”, ruft eine Frau in den Raum.

Unter den Bastlern sind ausgewiesene Fachleute wie der Radio- und Fernsehtechniker Heinz Hugen, aber auch Menschen, die ein Faible für technische Probleme und deren Lösungen haben, wie Hochschul-Professor Klaus Scharfenberg.

Heinz Hugen lässt das Lötgerät kräftig dampfen. Kontaktherstellung ist das A und O, wenn der Strom wieder fließen soll. Hugens „Patient” ist die defekte Leuchte eines Badezimmer-Spiegelschranks. Ein kleiner Verbindungsstecker ist durchgeschmort und das Drumherum gleich mit. Improvisation ist gefragt, denn die kaputten Zubehörteile gibt es nicht mehr.

Walter Lennartz, aus dessen Bad die Leuchte stammt, hat sich vorher erkundigt: „Das sind Zukaufteile, und die gibt es nicht mehr, hat mir der Hersteller des Spiegelschranks mitgeteilt.” Wollte Lennartz also wieder einen komplett beleuchteten Schrank haben, müsste er sich einen neuen kaufen. Hugens Lösung: Unterstützt vom früheren Fertigungschef der Nordseewerke, Wolfgang Hildebrandt, verbindet er die beiden Kabel direkt mit der Halogenlampe, stülpt einen Schrumpfschlauch darüber, der sich durch Heißluft eng an Kabel und Lampenkontakte schmiegt. Die Konstruktion ist zwar nicht perfekt, räumt Hugen ein, weil die Lampe nicht mehr ganz in die Fassung passt. „Aber es sollte wieder funktionieren.” Walter Lennartz ist zufrieden: „Wunderbar!” Auch seine drahtlose Computermaus wird er später voll funktionstüchtig wieder mitnehmen. Da mussten nur die Kontakte gereinigt werden. Ein Klacks.

Wesentlich widerspenstiger dagegen gebärdet sich ein Aktenvernichter vom Verein „Das Boot”, einem der Mitorganisatoren. Das Schnitzelwerk läuft nur noch rückwärts, zieht also kein Papier mehr ein. Klaus Scharfenberg hat es fast geschafft. Der Deckel des Geräts hängt nur noch an einer Stelle fest. Ein unsichtbarer Haken? Eine versteckte Klemme oder Schraube? Bleibt am Ende brachiale Gewalt das einzige Mittel? Der hellgraue Kasten wird wiederholt gewendet und von allen Seiten untersucht. Der Reparateur fährt mit dem Finger über ein Klebeschild an der Unterseite. „Da ist sie!” Das Schild verdeckt die entscheidende Schraube. Also Deckel ab und das Schnitzelwerk mit der Pinzette von den verstopfenden Papierresten befreien. Fertig! Der Papier- und Datenschredder ist wieder bereit und Sabine Semken von „Das Boot” glücklich. „Super!”

Super finden Semken und Jann Gerdes (Stadt Emden) auch den Start des Repair-Cafés in Emden. Seite an Seite mit drei weiteren Partnern - Agilio, evangelisch-reformierte Gemeinde, Hochschule Emden/Leer - haben sie den Auftakt organisiert. Dazu gehören auch Kaffee und Kuchen, womit Besucher und Tüftler in einem Nebenraum versorgt werden.

Gerdes schätzt die Reparatur-Erfolgsquote an diesem Nachmittag auf 70 Prozent. Mehr als zwei Drittel der ursprünglich kaputten Teile versehen weiter ihren Dienst. Das ist ganz im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens, der hinter der mittlerweile internationalen, in den Niederlanden ins Leben gerufenen Aktion steckt.

„Was die Sache so reizvoll macht, sind die verschiedenen Aufgaben, mit denen wir es zu tun haben”, sagt Heinz Hugen und fährt mal kurz nach Hause, um Holzleim und eine Schraubzwinge zu holen. Wolfgang Hildebrandt bereitet derweil eine aus dem Leim gegangene Fußbank vor.

Und der Kinder-Kassettenrekorder? „Dafür wird ein Ersatzteil benötigt”, sagt Tilman Neune. Das Problem sitzt an der Steckerbuchse für das Netzteil. Mattes stimmt das nicht besonders traurig. Er baut sich stattdessen am Rande des Trubels seine kleine Legowelt. Und es besteht ja noch Hoffnung für seine „Höllenmaschine”. Von Axel Milkert
Nächstes Repair-Café: Samstag, 16. März.

@ Emder Zeitung vom 21. Januar 2019, Bild: Axel Milkert

30 Tüftler fürs Repair-Café

Veranstaltung erfährt Riesen-Unterstützung. Auftakt am 19. Januar bei agilio.

Von Lars Möller

Emden. Premiere für das Emder Repair-Café: Die Veranstaltung, zu der man kaputte Gegenstände und Geräte mitbringen und mit Unterstützung von geschickten Tüftlern selbst reparieren kann, findet am Sonnabend, 19. Januar, zum ersten Mal statt (13 bis 17 Uhr in der Brückstraße 27). Das steht nun definitiv fest. In einem Pressegespräch informierten die Veranstalter - der Verein „Das Boot”, die gemeinnützige Gesellschaft agilio, die evangelisch-reformierte Gemeinde Emden und die Hochschule Emden/Leer sowie die Stadt - gestern darüber, dass das Emder Repair-Café genügend Unterstützer gefunden hat. Tatsächlich sind es nicht nur genügend, sondern viel mehr als erwartet. Rund 34 Freiwillige meldeten sich nach zwei Auftakt-Treffen Ende vergangenen Jahres. Rund 30 davon werden Gästen des Repair-Cafés als Reparateure unter die Arme greifen, wenn es darum geht, den alten Toaster wieder zum Glühen zu bringen oder die Lieblings-Socken zu stopfen. Ein paar Helfer werden die Besucher mit Kaffee und Kuchen bewirten.

Von der großen Zahl der Freiwilligen, die mitmachen wollen, waren die Veranstalter fast schon überwältigt. „Für so viele Leute hatten wir nicht eingedeckt”, sagte Jan Gerdes, der bei der Stadt Emden für den Bereich Klimaschutz zuständig ist, mit Blick auf eines der hervorragend besuchten Planungs-Treffen. Viele der Helfer haben in handwerklichen Berufen gearbeitet - von Mechanikern und Heizungsbaumeistern über Experten für Holz, Kunststoff, Schuhe und Textilien bis zu Fachleuten für Elektrisches und Computer ist eine breite Palette an Kompetenz vorhanden. Die Faustregel für das Repair-Café lautet dabei: Alles, was (alleine) getragen werden kann - nein, dazu zählen keine Waschmaschinen- darf mitgebracht werden. Nur Fahrräder können zumindest beim ersten Mal noch nicht repariert werden. Gegen die Reparatur-Hilfe sowie Kaffee und Kuchen wird eine kleine Spende verlangt.

Das Emder Repair-Café soll zunächst alle zwei Monate stattfinden (19. Januar, 16. März, 18. Mai, jeweils bei agilio in der Brückstraße). Wird es gut angenommen, könnte es anschließend in kürzeren Abständen veranstaltet werden.

@ Emder Zeitung vom 11. Januar 2019, Bild: E. Hasseler

Neues Agilio-Restaurant nimmt Gestalt an

Gastronomie  Inklusions-Betrieb am Delft schafft 14 Arbeitsplätze / Eröffnung ist für 1. April geplant

Von Gordon Päschel

Am Delft in Emden entsteht auf 512 Quadratmetern ein neuer Inklusionsbetrieb: der „Leckerpott“. Mit dem Restaurant-Café betritt die Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistung in Ostfriesland wirtschaftliches Neuland – und geht ein hohes Risiko ein.

Emden  - Im Erdgeschoss kreischt eine Säge, im zweiten Stock haben Handwerker für ihre Arbeit die Musikanlage aufgedreht. Ein wummernder Bass treibt zwei Maler an: Seit September wird das Gebäude neben der Emder Sparkasse am Delft kernsaniert. Bauherr ist das Sparkasse-Tochterunternehmen Emder Bau und Boden (EBB). Ausgelöst aber hat die Aktivität die Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistung in Ostfriesland (Agilio). Sie möchte dort ein neues großes Restaurant-Café eröffnen – als Inklusionsbetrieb „Leckerpott“. Am 1. April soll es losgehen – „wenn alles glatt geht“, wie Dieter Peters sagt.

Peters ist Agilio-Geschäftsführer. Die Investition am Delft beziffert er ausweichend auf „mehrere Hunderttausend Euro“. Es sei das „mit Abstand größte“ wirtschaftliche Wagnis, das Agilio eingeht. Auf zwei Stockwerken plus Keller mit insgesamt 512 Quadratmetern entstehen im ersten Schritt 14 Arbeitsplätze.

Der Aufwand ist enorm: Um barrierefrei in die oberen Etagen kommen zu können, wird ein neuer Fahrstuhl eingebaut. Die Fassade ist auf den ersten Metern runderneuert und geklinkert worden. Später sollen in den oberen Stockwerken die weißen Fensterrahmen ersetzt werden. Wer im Restaurant sitzt, hat einen freien Blick auf das Wasser, auf Schiffe und das Rathaus.

Konzeptionell setzt Agilio sowohl auf hungrige Laufkundschaft und Restaurantgäste als auch Seminargruppen. Im Erdgeschoss, in dem die Fensterfront an schönen Tagen weit geöffnet werden soll, sind eine Art Kiosk und ein Stehimbiss geplant. Die Gastronomieflächen im Inneren sind flexibel und dienen tagsüber als Frühstücksraum, Café und Restaurant für den Mittagstisch. Abends könne das Lokal samt Catering gebucht werden. „Wir verzichten auf eine Abendkarte“, erläutert Peters.

Im Gegensatz zu den bisherigen Agilio-Projekten wie dem Café in den Pelzerhäusern und dem Hafenbistro, die als sozialer Zweckbetrieb geführt werde, wird das neue Restaurant-Café ein Inklusionsbetrieb werden. Die Hälfte der zunächst 14 Mitarbeiter sollen Angestellte sein, die es auf dem freien Arbeitsmarkt schwer hätten: Es sind Menschen mit Schwerbehinderungen, die zusätzlich ein „Vermittlungshemmnis“ haben, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Peters nennt die drei Hauptgründe: „Langzeitarbeitslosigkeit, eine psychische Erkrankung oder ein hohes Alter.“ Das Land fördert den Betrieb laut Peters sowohl mit einem einmaligen Investitionszuschuss als auch mit einem fortlaufenden Lohnkostenzuschuss.

Damit der „Leckerpott“, wie geplant, am 1. April eröffnen kann, sollen in den nächsten Tagen und Wochen die Stellen ausgeschrieben und besetzt werden.

@ Ostfriesen Zeitung vom 08. Januar 2019, Bild: G. Päschel

Advent am Rathaus bei Regen und Wind Wetter dünnte die Besucherzahl aus

Kein Gedränge: Trotzdem kamen Leute, die das kleine Besondere abseits des Glühwein-Rummels suchten.

Von Gaby Wolf

Emden. Regen und Wind haben dem „Advent am Rathausbogen”,dem kleinen Budenzauber in der Brückstraße, ganz schön den Auftakt vermiest.Schon am frühen Freitagabend schwemmte das Wetter nach der Eröffnung einiges an möglichen Besuchern weg.Trotzdem gab es sie: die Menschen, die abseits vom großen Glühwein-Rummel das kleine Besondere suchten - und vor dem Landesmuseum auch fanden. Am Samstag zum Beispiel in den Klappkarten, die Ute Dirks aus sorgsam ausgestanzten Silhouetten und Figuren zusammengefügt hatte. Oder in den zauberhaften Keramiken von Susanne Strohdiek: Meisenknödel-Dächer, Tisch-Fliegenpilze, lustige Türmchenhäuser, Gartenstecker. Gutestun konnte man mit dem Kauf von Unicef-Karten. Woanders gab es dekorative Betonarbeiten oder Poffertjes.

Ein dankbares Publikum fand der Posaunenchor der Johannesgemeinde, der seine weihnachtlichen Kirchenlieder wegen der Feuchtigkeit aber lieber im Foyer des Landesmuseums darbot. Museumsdirektor Wolfgang Jahn und seine Mitarbeiter schoben einfach ein paar der großen Glastüren auf - schon schallte es erhaben in die Brückstraße hinein.

Zuvor hatte um 11 Uhr schon Michael Schunk Live-Musik erklingen lassen. Der Organist brachte vom Glockenspiel im Rathausturm herab ein sehr „artenreiches” Weihnachtspotpourri zu Gehör: vom klassischen Adventslied über Rolf Zuckowskis „Weihnachtsbäckerei” bis hin zu „Rudolph, the red-nosed Reindeer”.Da waren die Knusperhäuschen-Designer Merle, Mette und Lennart, die unter der Anleitung von Sabrina Nikolić und Ilse Frerichs in der Kinderwerkstatt des Museums bastelten, aber schon längst mit ihren Werken fertig.

Die Buden am Rathausbogen öffnen noch einmal von 14. bis 16. Dezember, 11 bis 18 Uhr.

@ Emder Zeitung vom 10. Dezember 2019, Bild: M. Klingenberg

Kleiner Budenzauber steigt mit ein

„Advent am Rathausbogen” diesmal nur am zweiten und dritten Adventswochenende

Von Gaby Wolf

Emden. Ab Freitag bekommt der „Engelkemarkt” im Stadtgarten wieder Gesellschaft durch den „Advent am Rathausbogen”. Der kleine Budenzauber in der Brückstraße, den die Werbegemeinschaft Rathaus-Karree, das Ostfriesische Landesmuseum und die Agilio gGmbH schon zum neunten Mal veranstalten, soll zwischen dem 7. und 16. Dezember eine handgemachte Ergänzung zum Glühwein-Trubel jenseits des Rathausbogens bieten.

Allerdings werden die sechs Buden nicht durchgängig während der ganzen zehn Tage geöffnet haben, sondern diesmal nur an den beiden Wochenenden des zweiten und dritten Advents - jeweils Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. „Denn viele unserer Beschicker machen das ehrenamtlich und als Hobby neben dem Beruf”, erklärten Wolfgang Höfer und Gerhard Teerling vom Rathaus-Karree.

14 Aussteller - darunter einige neue - wechseln sich in den Hütten ab. Das Angebot ist vielfältig, betonte Maike Klingenberg (Agilio): „Wir haben Metall- und Schmiedearbeiten, Objekte aus Beton, Papier, Karton, Textil, Holz und Glas, Malereien und viel Selbstgebackenes.” Um die Koordination hat sich Susanne Strohdiek gekümmert, die selbst mit Keramik vertreten ist. Auch die IGS ist dabei. Das um Hochschulstudenten verstärkte Unicef-Team verkauft Weihnachtskarten für Kinder in Not. Agilio sorgt für Glühwein, Bratwurst und Poffertjes und backt einen Riesenstollen, der scheibchenweise zugunsten ambulanter Wohnformen für Schwerbehinderte verkauft wird.

Ein buntes Weihnachtssortiment findet sich auch im „Dat Mundjevull” (Brückstraße 23.) Die Läden der Brückstraße öffnen an den Adventssamstagen bis 18 Uhr. Es gibt Stockbrotbacken für Kinder, Nachmittags-Aktionen - und schon einmal folgende Sondertermine:

Freitag, 7. Dezember: Um 17 Uhr wird der kleine Budenzauber vor dem Landesmuseum von Bürgermeisterin Doris Kruse eröffnet. Musik: Kinderchor Karotte der Grundschule am Wall und Bläsergruppe der Musischen Akademie.

Samstag, 8. Dezember: Um 10 Uhr gibt es im Ostfriesischen Landesmuseum eine Kinder-Adventswerkstatt mit Knusperhäuschen-Bau im Foyer. Von 11 bis 18 Uhr bieten Ehrenamtliche der Initiative Nettwark Emden und Hinte in der Bückstraße 27 (Agilio) Grußkarten, Holzarbeiten und Fadenbilder an und informieren über ihre Alltagshilfen für Senioren. Um 11.15 Uhr spielt auf dem Rathausvorplatz der Posaunenchor der Johannesgemeinde. Um 12 Uhr werden im Landesmuseum Weihnachtskarten mit Blattgold, Buntpapier und Strohsternen gebastelt, und es gibt Gesang vom Chor Hintermezzo.

@ Emder Zeitung vom 04.Dezember 2018, Bild: E. Hasseler

Ein Repair-Café für Emden

Dabei können selbst mitgebrachte Gegenstände unter Anleitung repariert werden

Emden. Mit Schraubenzieher und Lötkolben gegen die Wegwerf-Gesellschaft: So lautet - grob zusammengefasst - der Plan einer Gruppe von Akteuren, die ab Januar regelmäßig ein Repair-Café in Emden stattfinden lassen will. Dabei sollen in den Räumen von Agilio in der Brückstraße alle zwei Monate Emder mit ihren defekten Geräten und kaputten Gegenständen mit ehrenamtlichen Helfern zusammenkommen. Gemeinsam wird dann versucht, den alten Toaster wieder zum Glühen zu bringen, die löchrigen Socken zu stopfen oder das alte Fahrrad wieder auf Vordermann zu bringen. Auch die Wiederverwertung von Materialien für einen anderen Zweck (Upcycling) soll dort praktiziert werden.

Die beteiligten Akteure sind neben Agilio: die Hochschule Emden-Leer, die Stadt, der Verein „Das Boot” und die reformierte Gemeinde Emden. Sie alle fühlen sich dem Thema Nachhaltigkeit verpflichtet und unterstützen das Projekt mit ihren Mitteln. Agilio stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung, „Das Boot” kennt sich mit dem Upcycling aus, das „FabLab” (Fabrikationslabor) der Hochschule bringt das nötige Werkzeug und einige geschickte Handwerker mit, die Stadt hilft bei Organisation und Koordination und im reformierten Gemeindehaus in Constantia findet eine Auftaktveranstaltung statt, die den Startschuss für das Emder Repair-Café geben soll.

Auf dieser Veranstaltung, zu der am Freitag, 2. November, um 17 Uhr jeder willkommen ist, wird es zwei Referenten geben. Stefan Schridde ist Autor („Murks? Nein danke!”) und beschäftigt sich mit der geplanten Obsoleszenz, also der gezielt verkürzten Lebensdauer von Produkten. Mit ordentlich Polemik gewürzt stellt er die Frage: Hat der Kampf um die höchsten Gewinne dazu geführt, dass nur noch für die Mülltonne produziert wird?

Einen Bericht aus der Praxis wird Barthel Pester liefern. Er gehört zu den Mitveranstaltern des Repair-Cafés Oldenburg. Anschließend ist eine Diskussion geplant, es soll aber auch in die konkrete Planung eingestiegen werden. Die Initiatoren des Repair-Cafés Emden hoffen auf weitere Unterstützung. Willkommen sind zum Beispiel weitere Ehrenamtliche, die Lust haben, beim Reparieren zu helfen und ihr Wissen weiterzugeben. Von Lars Möller

@ Emder Zeitung vom 24. Oktober 2018, Bild: Lars Möller

Selten Aufgetischt ... vor Ort!

Wie sieht naturnaher Landbau eigentlich aus und wie funktioniert Nachhaltigkeit? Diesen Fragen sind die Veranstalter der Reihe „Selten Aufgetischt“, eine Kooperation der agilio gGmbiH, dem NABU Ostfriesland, NABU Woldenhof Wiegboldsbur und dem Ökowerk Emden, am Samstag, den 13.10. auf den Grund gegangen. Und wie verschafft man sich den besten Eindruck? Natürlich indem man sich die Betriebe, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Tier und Umwelt entschieden haben, einmal aus der Nähe anschaut.


Gesagt, getan - mit insgesamt 22 Interessierten ist die Gruppe am Samstagmittag mit dem Bus am Emder Hauptbahnhof gestartet. Bei warmen 25 °C standen vier regionale Betriebe auf dem Plan, die nacheinander angefahren und besichtigt wurden: die Muttertierhaltung am Rysumer Nacken, der Käse-Hof-Laden Berkhout in Pilsum, der Anguszuchtbetrieb Freerksen in Petkum und das Ökowerk in Emden.


Neben vielen Informationen zur Entwicklung und Reifung eines Käses und der Aufzucht von Rinderherden, bekam die Gruppe aber vor Allem eine gute Vorstellung von artgerechter Haltung und davon was es bedeutet, den Tieren ihr Recht auf Raum und Auslauf im Freien zu gewähren.


Deutlich wurde an diesem Nachmittag außerdem, dass man durchaus bereit ist, für Produkte aus naturnahem Landbau ein wenig mehr Geld auszugeben. „Verantwortungsvoll essen kostet nun mal etwas mehr, aber dafür schmeckt man den Unterschied und man kann mit einem guten Gefühl genießen“, so Zora Horstmann, Vertreterin der agilio gGmbH.


Der Kontakt zwischen Mensch und Tier geprägt von gegenseitiger Wertschätzung - an diesem Nachmittag ein ganz normales Bild, das hoffentlich bald häufiger zu beobachten sein wird.


Der Ausflug endete mit einem kleinen Imbiss und einem Umtrunk im Ökowerk Emden. Aufgetischt wurde Gulaschsuppe mit selbstgebackenem Bauernbrot, natürlich wieder ein echtes regionales Angebot.

Emden, den 17.10.18, Bild: Z. Horstmann

Alles Banane?

Wo wird der meiste Kakao produziert und wo wird er verbraucht? Wie geht Emden mit seiner Kolonialgeschichte um? Das sind nur zwei Themen, die am Samstag bei der Aktion "Faire Brückstraße" zur Sprache kamen. Dort stellten sich nicht nur die Einzelhändler vor, es gab es auch eine Menge zu lernen, beispielsweise am Stand der Hochschule. Dort machten auch Jasper und Thore Scheumann in lustigen Bananenkostümen darauf aufmerksam, dass nur eine von zehn in Deutschland gehandelten Bananen aus fairem Handel stammt.

Die Aktion ist Teil der "Fairen Woche", die noch bis Freitag läuft.


@ Emder Zeitung vom 24. September 2018, Bild: Norbert Schnorrenberg 

Faire Waren und Bio-Bratwurst

Händler laden zur Aktion „Faire Brückstraße” am kommenden Samstag ein

Von Suntke Pendzich 

Emden. Die Brückstraße steht am kommenden Samstag ganz im Zeichen des fairen Handels. Die Aktion „Faire Brückstraße” ist auch in diesem Jahr der Höhepunkt der Fairtrade-Aktionswoche, die derzeit in Emden stattfindet. Mit viel Programm für Jung und Alt wollen die Händler der Straße auf die fairgehandelten Artikel ihres Sortiments aufmerksam machen. Sei es fair gehandelte Mode, Silberschmuck, Tee, Kaffee oder Lebensmittel.

Solche Produkte werden seit Jahren immer stärker von Verbrauchern nachgefragt, was in Emden auch an der Aktionswoche liegt. „Wir stellen fest, dass es nach der letztjährigen Veranstaltung deutlich zugenommen hat”, sagte Gerhard Teerling von „Mode im Karree” gestern in einem Pressegespräch gegenüber der Emder Zeitung. Anna Höfer von „Leder Höfer” beobachtet dies ebenfalls. Sie ergänzte: „Viele Kunden sind auch bereit, ein paar Euro mehr für fairgehandelte Produkte auszugeben.”

Auch das kulinarische Angebot wird am Samstag ganz im Zeichen des fairen Handels stehen. Am Agilio-Stand wird nicht nur eine Bio-Bratwurst angeboten, sondern auch der sogenannte „Faire Emder”. Dahinter verbirgt sich ein vegetarischer Burger auf Kichererbsen-Basis. Für die kleinen Besucher soll es wieder das aus dem vergangenen Jahr bekannte Bobbycar-Rennen quer durch die Brückstraße geben. Die Hochschule Emden/Leer bietet zudem an gleich zwei Ständen Spiele rund um das Thema fairer Welthandel.

Nicht nur in der Brückstraße wird die faire Woche zelebriert. So steht der Sonntagsgottesdienst in der Neuen Kirche in dieser Woche unter dem Titel „Gemeinsam für ein gutes Klima”, in der Hochschule gibt es am Dienstag einen fairen Mensatag und die Grundschule Cirksena veranstaltet den sogenannten „Banana Fairday”. Der Aktionstag macht darauf aufmerksam, dass nur jede zehnte in Deutschland verkaufte Banane fair gehandelt ist. Das Eiscafé Valentino am Neuen Markt verkauft derzeit außerdem einen „Fairen Eisbecher”.

@ Emder Zeitung vom 19. September 2018, Bild: E. Hasseler

70 laufende Meter Kunst

Neue Ausstellung mit 50 bis 60 Werken eröffnet am Freitag in den Pelzerhäusern

Von Lars Möller

Emden. Moderne Kunst in geschichtsträchtigen Räumen - dieser Kontrast hat sich bei Ausstellungen in den Pelzerhäusern schon in der Vergangenheit bewährt. Auch der Berufsverband Bildender Künstler (bbk) Ostfrieslands setzt auf die besondere Atmosphäre in den historischen Emder Gebäuden.

Am Freitag eröffnet dort die zweite Ausstellung der Gruppe. Sie ist bis zum 2. Dezember zu sehen und umfasst 50 bis 60 Werke. „Das sind ungefähr 70 laufende Meter Kunst”, sagte Maike Klingenberg von agilio. Das gemeinnützige Unternehmen betreibt das Kulturcafé im Pelzerhaus. „Es wäre schade, wenn die schönen Räume leer stehen würden. Deshalb sind wir immer an Ausstellungen interessiert. Es sind auch bereits weitere in Planung”, so Klingenberg.

Auch der bbk Ostfrieslands ist nicht zum ersten Mal in den Pelzerhäusern. Bereits von Mitte März bis Mitte Juni hatte er ausgestellt und war mit der Resonanz zufrieden. Diesmal zeigen die sechs Künstler Hartmut Bless (Großefehn), Alfred Kaufner (Leer), Michael Guinand (Norden), Wan-Yen Hsieh (Norden), Michael Becker (Potshausen) und Elisabeth Tatenberg (Weener) ihre Werke.

Die Arbeiten stellen einen Querschnitt durch verschiedene Techniken dar. Mal wurde mit Acryl- und Ölfarben gearbeitet, dann wieder mit Glaspartikeln und Pigmenten auf Leinwand. Malereien und Installationen haben verschiedene Themen. Hier sind abstrakte Landschaften zu erkennen, dort geht es ums Licht oder soziale Kritik. Hier wird mit bunten Farben gearbeitet, dort dominieren Schwarz und Weiß. Vertreten sind Stilrichtungen wie Konstruktivismus und Minimalismus.

Betrachter können ihre Gedanken fließen lassen und gegebenenfalls auch ihren Geldbeutel öffnen. Denn es handelt sich um eine Verkaufsausstellung. Das heißt: Alle Werke können käuflich erworben werden. Dafür ist der Eintritt frei. Wer eines oder mehrere der Werke haben möchte, muss allerdings zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Euro bezahlen. Für ein ausgestelltes Triptychon werden sogar 19 000 Euro aufgerufen.

Ausstellungen in den Pelzerhäusern haben eine lange Tradition. Als das Landesmuseum noch für die Häuser zuständig war, wurde immer wieder Kunst präsentiert. Die Künstler des bbk reizen „die Vielfältigkeit der Raumzuschnitte und die historischen Baumaterialien, die viele interessante Hänge- und Stellmöglichkeiten bieten”.

@ Emder Zeitung vom 12. September 2018, Bild: Lars Möller

Ganz in Weiß im Abendsonnenschein dinieren

Erst sah es gar nicht nach einem Abendessen draußen und in Weiß in der Brückstraße aus. Doch passend zum Abendessenstermin klarte es auf und die Sonne ließ sich blicken. Eingedeckt mit weißen Lilien und anderen hübschen Dekorationen setzten sich über 30 Gäste an die Tafel, um gemeinsam am Dinner in Weiß teilzunehmen. Jeder brachte etwas mit, und jeder probierte von jedem. „Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter”, sagte Dieter Peters von agilio. Schon gestern Abend stand bei den Organisatoren - es sind vorwiegend einige Geschäftsinhaber der Straße - fest, dass das Dinner 2019 zum dritten Mal stattfinden wird.

@ Emder Zeitung vom 08. September 2018, Bild: Eric Hasseler

Alles klar zum Entern?!

Käpitän Halvar und seine Crew sind wieder auf großer Kaperfahrt! Erster Stopp ist die Brückstraße 27, wo alle ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Ganz nach dem Vorbild des kleinen Wickie. 
Eine ganze Woche lang verwandelte sich die Brückstraße 27 in ein Wikingerschlachtfeld. Im Rahmen der Ferienbetreuung für Kinder im schulpflichtigen Alter, die die agilio gGmbH in Kooperation mit der Stadt Emden anbietet, konnten sich die Mädchen und Jungen, gemeinsam mit ihrem Wikingerhäuptling Niko Schäfer von agilio, einmal so richtig austoben. Es wurde gebastelt, gefilzt, geflochten, geschmirgelt und mit Runen verziert was das Zeug hielt. Und so entstanden aus den verschiedensten Materialien, wie z. B. bunte Märchenwolle, Speckstein, Peddigrohr, Astscheiben und natürlich eine ganze Menge Spaß, Nützliches und Dekoration aus der Welt der Wikinger. 


Niko Schäfer von der agilio gGmbH schaute dem Spektakel amüsiert zu: „Ich finde es toll, dass das Thema bei den Kindern so auf Begeisterung stößt und das sogar ganz ohne Rauferei“, schmunzelte er. Das bestätigte auch Ilka Gerdes, Koordinatorin der Ferienbetreuung bei der agilio: „Das Projekt war ein voller Erfolg. Wir können uns gut vorstellen, das Thema auch einmal im Rahmen unseres Heilpädagogischen Kindernachmittages für Kinder mit Handicap einzubringen.“


Das Ergebnis einer ganzen Woche schöpferischer Kreativität konnte sich sehen lassen. Von Flechtkörben über rustikalen Wikingerschmuck bis hin zu den abstraktesten Specksteinfiguren - am Ende nahmen alle ihre Ausbeute zufrieden mit nach Hause. Und für diejenigen, die dem anstrengenden Wikinger-Alltag zwischendurch einmal entfliehen wollten, gab es natürlich weitere Angebote: Eine Besichtigung der aktuellen Duckomenta-Ausstellung im Landesmuseum, ein Picknick im Freien oder ein Spielplatzbesuch.      

Emden, 01. August 2018, Bild: Ilka Gerdes

Brückstraße wird weiß

Zum zweiten Mal veranstalten die Einzelhändler und Agilio ein „Dîner en blanc”

Emden. Nach der erfolgreichen Premiere mit rund 80 Dinnergästen im vergangenen Jahr hoffen die Veranstalter diesmal noch auf eine Steigerung: Zum zweiten Mal stellen die Werbegemeinschaft Rathaus Karree und Agilio in der Brückstraße am kommenden Freitag, 7. September, ein „Dîner en blanc” auf die Beine (18 bis 20 Uhr).

Das gemeinsame Abend-Picknick unter freiem Himmel, bei dem sich die Teilnehmer möglichst weiße Kleidungsstücke anziehen, lebt von seiner Spontanität. Jeder der Gäste bringt selbst etwas zu essen und zu trinken mit, man kommt miteinander ins Gespräch und tauscht sich aus. Ausgangspunkt des Phänomens war im Jahr 1988 Paris. Inzwischen finden aber auch überall in Deutschland - unter anderem in Ostfriesland - Veranstaltungen dieser Art statt.

Das „Dîner en blanc” hat keinen kommerziellen Hintergrund, wie Wolfgang Höfer (Leder Höfer) betonte. Dementsprechend wird kein Eintritt erhoben. „Das Wichtigste ist, dass Nachbarn und Anlieger zusammenkommen”, sagte Maike Klingenberg von Agilio. Allerdings sei jeder willkommen. Wenn man so will, lautet das Motto: weiße Kleidung, bunt gemischte Gäste.

Einen Hintergedanken haben die Kaufleute in der Brückstraße aber doch. Sie wollen, wie auch mit anderen Aktionen, ihre Passage ins Gespräch bringen. „Wir wollen den Bekanntheitsgrad der Straße aufrechterhalten und ausbauen”, sagte Gerhard Teerling vom Geschäft Mode im Karree. Diverse Geschäfte wollen ihre Türen zudem länger geöffnet lassen.

Ursprünglich hätte die Veranstaltung früher stattfinden sollen. Da man aber anderen Veranstaltungen in Emden aus dem Weg gehen wollte, fiel die Wahl auf den 7. September. „Wir hoffen natürlich auf gutes Wetter. Damit steht und fällt die Veranstaltung”, sagte Jutta Ludolph (Pelzwerkstatt).

Mit Agilio haben die Händler einen idealen Partner für das „Dîner en blanc”. Das gemeinnützige Unternehmen, zu dem auch einige Gastronomiebetriebe gehören, sorgt für Tische, Stühle, einen Getränkestand und zur Not (bei Regen) auch für Pavillons zum Unterstellen. Zudem soll die Brückstraße mit weißen Laternen und weißen Luftballons geschmückt werden.

Die Veranstalter bitten darum, nur durchgegarte Speisen mitzubringen. Rohe Eier sollten nicht verarbeitet sein.

@ Emder Zeitung, 31. August 2018, Bild: Lars Möller

Allgemeines Tellergucken

Organisatoren von „Emden à la carte” sprechen von 12 000 verkauften Gerichten

Von Jens Voitel s 0 49 21 / 89 00-412

Emden. Auch wenn das ausgehängte Motto „Land und Meer - das isst Emden” für eine kurze Schrecksekunde vermuten ließ, dass die Einheimischen hier und da gern ins Gras oder gar ins Watt beißen, konnte man sich an diesem Wochenende im Stadtgarten wieder einmal eines deutlich Besseren belehren: Da ging es glücklicherweise eher um gebratenes Steinbeißerfilet, gebratenes Rotbarschfilet, ums Petkumer Angusrind, gebratenen Fetakäse im Speckmantel, um Snirtje-Burger, Roastbeef in der Schwarzbrotkruste und einiges mehr. Auch für Naschkatzen war reichlich aufgefahren.

Ohne Scham auf den anderen Teller schauen

„Emden à la carte”, das kulinarische Wochenendvergnügen im Zentrum der Stadt, füllte auch in diesem Jahr wieder drei Tage lang die Bäuche und die Innenstadt - und hat sich ganz offensichtlich im kommunalen Veranstaltungskalender einen vorderen Platz auf der nach oben offenen Niveau-Skala erarbeitet. Trotz zwischenzeitlich unsicherer Wetterlage ließen sich einige Tausend Besucher von den lokalen Gastronomen umfassend beköstigen. Der verregnete Start am Freitag konnte schnell wieder ausgeglichen werden, wie Barbara Sälzer vom Grand Café und Kater betonte. Die Veranstalter sprachen gestern von rund 12 000 Gerichten, die insgesamt über die Tresen gegangen sind. Und selten ist mit so wenig Scham auf die Teller der anderen geschaut worden. Aber man will ja schließlich wissen, was da angeboten wird.

Auch wenn der eine oder andere ein gewisses Missverhältnis zwischen Tellerbelag und Preistabelle beklagte, lassen sich die Macher nicht irritieren. „Wir hatten zwei bis drei Gerichte für 9 Euro dabei, damit wir auch nicht nur Schwein auf dem Teller haben”, sagte Dennis Schweikard vom Restaurant des Upstalsboom Parkhotels. Das seien die Stellschrauben, mit denen die Veranstaltung von Jahr zu Jahr verbessert werden soll. Vom Grundsatz her will man aber nach 15 Jahren den Standard gefunden haben, den man sich zu Beginn immer gewünscht hatte, sagte Mitorganisator Uwe Hellmann. Dazu gehören die wetterfesten Zelte, die Dekoration oder die inzwischen rund 740 Sitzplätze.

„Das ist die optimale Größe für diese Veranstaltung”, betonte Hellmann gestern. Man könne zwar theoretisch noch einen weiteren Gastronomie-Betrieb aufnehmen, dafür müsse aber das Niveau stimmen. Darüber werden dann die bereits teilnehmenden Gewoba-Betriebe gemeinsam abstimmen. Sonst aber soll „Emden à la carte” bleiben, was es ist: „das niveauvollste Fest in der Emder Innenstadt” (Uwe Hellmann).

Das nächste „Emden à la carte” findet übrigens vom 9. bis zum 11. August 2019 statt.

@ Emder Zeitung, 13. August 2018, Bild: Eric Hasseler

Kinder in der Welt der Wissenschaft

Ferienbetreuung an der Hochschule kam wieder gut an

Emden. 36 Jungen und Mädchen haben in diesem Jahr durch die Ferienbetreuung der Stadt Emden die Hochschule Emden/Leer kennengelernt. Die agilio gGmbH und die Stadt Emden kooperieren in diesem Rahmen bereits seit sechs Jahren mit der Hochschule.

Drei Wochen lang gab es für die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wieder ein umfangreiches, kreatives Angebot. Unter pädagogischer Begleitung und Betreuung durch agilio konnten die kleinen Forscherinnen und Entdecker spielen, löten, ein Hörspiel aufnehmen, mit Farben und Solarbooten experimentieren und vieles mehr. Auch diesmal wechselten sich Aktionen in der Hochschule und im Familien- und Nachbarschaftszentrum Constantia-Treff ab.

„Alle Beteiligten hatten wieder viel Spaß“, sagte Anna Oevermann vom Familienservice der Hochschule. Für die Studierenden und Beschäftigten leiste die Ferienbetreuung einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie. Durch die engagierte Betreuung von agilio und die gute Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Kinder und Familien der Stadt Emden habe man so wieder zu einem hochwertigen Ferienbetreuungsangebot in Emden beitragen können. Darüber hinaus bietet agilio ein Angebot der Ferienbetreuung in der Brückstraße 27, das ebenfalls viele tolle Attraktionen bereithalte.

Die Ferienbetreuung für schulpflichtige Kinder wird seit vielen Jahren von der Stadt Emden in Kooperation mit unterschiedlichen Institutionen angeboten. „Die Ferienbetreuung ist für berufstätige Eltern mittlerweile zu einer verlässlichen Instanz geworden. Und auch ihre Kinder profitieren von diesem Angebot”, sagte Ilka Gerdes von agilio, „denn neben der verdienten Verschnaufpause vom Schulalltag bekommen sie Raum sich kreativ zu entfalten und das nicht alleine, sondern unter Gleichgesinnten.” red
 

@ Emder Zeitung, 04. August 2018, Bild: HS Emden / Leer

Monday, June 11, 2018 - Published by Dorte Storper


Baked goat cheese with sea buckthorn jam, beef roulades stuffed with seaweed, "North Sea" fish pot with saltwort and cochlearia.    
These were just a few of the dishes that were on the menu during a culinary event that was arranged to raise awareness about SalFar and thereby the problem of increasing salinization. The common denominator for all the dishes on the menu was the inclusion of halophytes, which are plants adapted to growing in saline conditions, such as in a salt marsh.

The event was organised by the Foundation Ökowerk Emden in cooperation with Agilio, which is a non-profit organization whose mission is to promote the social participation of people with disabilities and to strengthen their self-determination and individuality.

The event, which took place on 25 May 2018, was a great success. 20 people participated in the dinner during which they were informed about SalFar and the objectives of the project.

http://northsearegion.eu/salfar/news/dinner-is-served/

Wieder Spargelzeit in der Brückstraße

Emden. Ein fester Programmpunkt im Juni ist inzwischen das Spargel-Tafeln am Rathausbogen. Am Samstag lockte die Veranstaltung, ausgerichtet von der Werbegemeinschaft Rathaus-Karree, dem Goldenen Adler und der Agilio gGmbH, zum fünften Mal zahlreiche Freunde des Gemüses an. Vom Spargelsalat mit Krebsfleisch, Spargelcremesuppe bis zur klassischen Variante mit Sauce Hollandaise oder der Gourmand-Version mit Schnitzel oder Geschnetzeltem reichte das Angebot. 150 Kilo Spargel waren vorbereitet worden und fanden reißenden Absatz unter freiem Himmel. EZ-Bild: Hasseler

@ Emder Zeitung, 11. Juni 2018, Bild: E. Hasseler

Der Rest vom Fest

Emden. Ob es ein Fluch oder Segen ist, das mag jeder selbst entscheiden. Ein Fakt ist es aber allemal: Nach den Osterfeiertagen bleiben zahlreiche hart gekochte Eier übrig. Aber was damit tun? Jeden Tag dasselbe essen ist langweilig. Deswegen hat die Emder Zeitung vier Köche aus Emden nach ihren Rezepten gefragt, um auf dem Esstisch für Abwechslung zu sorgen.

Die Klassiker benötigen meist nicht einmal einen großen Aufwand: „Vieles ist eben schnell gemacht”, sagt Ute Lammers von Agilio. Sie ist verantwortlich für die Gastronomie-Abteilung des Unternehmens. Ihr fallen sogar auf Anhieb so viele Rezepte ein, dass sich damit vermutlich problemlos ein Kochbuch füllen lassen würde. Eiersalat, Curry-Ei, Eier-Dressing, Eier in Senfsoße... das Repertoire reicht allemal für eine ganze Menge übrig gebliebene Ostereier.

Gerade die Eier in Senfsoße, so Lammers, seien keine große Arbeit. Butter und Sahne vermengen, aufkochen und würzen, den Senf unterrühren und fertig. Schnell, einfach, lecker - so geht es mit vielen Rezepten der Emder Köche.

Zutaten: Gekochte Eier, 20 g Butter, Rapsöl, 500 ml Sahne (15 %), mittelscharfer oder süßer Senf, Salz, Pfeffer, Zucker, Spinat, Kartoffeln.

Zubereitung:
Die Butter mit der Sahne erhitzen und aufkochen.
Den Senf unter die Soße rühren und mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen.
Die hart gekochten Eier in die Soße legen oder damit übergießen.
Dazu Kartoffeln mit Spinat oder Reis servieren. Ute Lammers, Agilio Emden

@ Emder Zeitung, 3. April 2018, Bild: Patrick van Hove

Mit Möhren und Primeln

Vielfältiges Familienprogramm beim Ostermarkt am 24. März in der Brückstraße


Von Gaby Wolf s 0 49 21 / 89 00-415


Emden. Wird das Wetter so sonnig wie gestern, könnte es am kommenden Samstag in der vorderen Brückstraße brechend voll werden. Dann steigt dort von 10 bis 14 Uhr zum achten Mal der Ostermarkt mit zahlreichen Aktionen im Rathaus Karree.
Dafür hat sich der Osterhase (alias Esther Wübbena von der Bücherstube am Rathaus) gestern beim Pressetermin mit den Veranstaltern schon mal tüchtig warmgelaufen. Immerhin muss Meister Lampe am Samstag gut zu Fuß sein. Während des Ostermarktes wird er die Brückstraße auf und ab flanieren und dabei Möhren, Eier und Primeln verteilen. 300 Frühlingsblüher sind zu diesem Zweck geordert worden, teilte der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Frank Scharnagl, mit.

Und erfahrungsgemäß ist für die Kinder auch noch ein Erinnerungsfoto mit dem Osterhasen drin. „Wir bieten wieder ein Programm für die ganze Familie”, unterstrich Diethelm Kranz vom Landesmuseum. Jutta Ludolph von der Werbegemeinschaft hat dafür den Kinderschutzbund gewonnen, der Kinderschminken anbietet, sowie die Freiwillige Feuerwehr, die Löschübungen vorführt. Erstmals mit dabei ist das Jugendbüro der reformierten Kirche. Dort wird gemalt, und es werden Buttons gebastelt.

Die Unicef-Arbeitsgruppe Ostfriesland verkauft Grußkarten für den guten Zweck. Einige Geschäftsfrauen sorgen für einen kleinen Osterflohmarkt. Auch österliche Keramik wird feilgeboten.

Nostalgische Aktivitäten sind beim Landesmuseum geplant. Kinder können draußen ihre Geschicklichkeit beim Eierlaufen beweisen, drinnen gibt es Bastel- und Malaktionen und Geschichten aus dem Kinderbuch-Klassiker „Die Häschenschule”. Das Vorlesen besorgt Franziska Petzold um 12 und 14 Uhr. Museumspädagogin Ilse Frerichs bastelt mit jungen Besuchern Osternester sowie Osterhasen aus Kaffeefiltern und mit Wechselklamotten aus Papier.

Bei Agilio lässt sich ein weiteres altes Kinderspiel neu entdecken. „Wir basteln Tüntjes”, kündigte Maike Klingenberg an. „Das sind Holzkreisel, die mit einem Band in Gang gesetzt werden.” Begleitet wird die Aktion von Holzkunsthandwerker Werner Müller. Die Kleinsten können auf einer Rennstrecke Duelle auf den Junior-Beetles austragen. Am Grillstand gibt es verschiedene Bratwürste und Kartoffelsalat zu kauen.

Auch die Geschäfte haben bis 14 Uhr geöffnet. Denn gerade mit solchen Aktionen will das Rathaus-Karree darauf aufmerksam machen, dass es hinter dem Torbogen noch eine Fußgängerzone gibt.

„Wir haben mittlerweile vier feste Termine”, sagte Kranz. Neben dem Ostermarkt sind das die Spargel-Tafel (diesmal am zweiten Juni-Wochenende), das Open-Air-Picknick ,,Nuit en blanc/White Dinner” (letzter Freitag im August) und der Advent im Rathausbogen (2./3. Advent). Auch die Teilnahme an der Fairtrade-Woche ist wieder im Gespräch.
 

@ Emder Zeitung, 21. März 2018, Bild: G. Wolf

Kultur  Die Vernissage beginnt an diesem Freitag um 17 Uhr

Die Schau in den Pelzerhäusern richtet der Bund Bildender Künstler aus. Es werden verschiedene Techniken gezeigt.

Emden  - Eine Premiere gibt es an diesem Freitag in den Emder Pelzerhäusern: Zum ersten Mal stellen dort Mitglieder des Bundes Bildender Künstler Ostfrieslands (BBK) 54 ihrer Werke aus. Dabei werden Themen behandelt, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. „Jeder zeigt jetzt das, was ihm wichtig ist“, sagte die Künstlerin Helga Beisheim im Gespräch mit der OZ. Insgesamt sechs Teilnehmer machen bei der Schau mit und zeigen Malereien, Fotografien, Zeichnungen, Skulpturen und andere Objekte.

Auf den Bildern der Emder Künstlerin Rita Oerters geht es beispielsweise um den Aufbruch mit gemischten Gefühlen. Ellen Schneider-Stötzner thematisiert in ihren Zeichnungen Strandgut.

Eineinhalb Jahre ist es her, dass in den Pelzerhäusern die letzte größere Kunstausstellung stattfand – damals noch vom Ostfriesischen Landesmuseum Emden.

Die Schau des BBK läuft bis zum 15.  Juni. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 15 bis 19  Uhr sowie sonntags von 10 bis 17  Uhr. Karfreitag und Ostermontag ist geschlossen, Ostersonntag ist normal geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Vernissage ist an diesem Freitag um 17  Uhr. Es wird eine Künstlerführung geben.

@ Ostfriesen Zeitung, 16. März 2018

Offenes Angebot findet erstmals am nächsten Dienstag statt / Genutzt werden Agilio-Räume in der Brückstraße

Emden. Für die geplante offene Hebammen-Sprechstunde hat sich ein Ort gefunden. Das Angebot für Schwangere, Mütter mit Säuglingen, aber auch für Ratsuchende aus dem familiären Umfeld, findet künftig einmal in der Woche für zwei Stunden bei Agilio in der Brückstraße 27 statt. Schon am kommenden Dienstag um 9.30 Uhr soll es dort losgehen, wie Hebamme Gesine Agena, Vorsitzende des Trägervereins, jetzt im Jugendhilfeausschuss ankündigte. Immer zwei Hebammen sind dann vor Ort.

Angebot besonders niedrigschwellig

„Wir sind sehr froh, dass wir mit Agilio eine Nutzungsvereinbarung treffen konnten”, sagte Agena mit Blick auf die zentrale Lage und die räumlichen Bedingungen. „Denn bei der Sprechstunde geht es um Niedrigschwelligkeit - und dort sitzen die zwei Hebammen direkt hinter einer Glastür.” Devise: einfach hereinkommen und sich informieren. „Im besten Falle bekommen die Frauen eine feste Hebamme vermittelt, sonst aber die Möglichkeit, irgendwo regelmäßig anzudocken”, ergänzte Agena.

Denn allgemein herrscht in der Hebammen-Begleitung von Schwangeren und Müttern nach der Niederkunft eine Unterversorgung. Hintergrund sind steigende Geburtenraten bei gleichzeitig sinkender Anzahl von Hebammen. Auch in Emden müsste man sich eigentlich schon im ersten Schwangerschaftsdrittel anmelden, um Unterstützung durch eine der freiberuflich arbeitenden Hebammen zu bekommen (wir berichteten).

Mit einer zentralen Anlaufstelle, so die Idee, könnten dagegen mehr Frauen, Eltern und Säuglinge versorgt werden. „Und vielleicht bekommen wir damit auch die Frauen zu sehen, die sich sonst nicht oder erst in allerletzter Sekunde melden”, sagte Agena. Das betreffe zum Beispiel obdachlose Frauen und Migrantinnen.

„Wir möchten mit unserem Angebot auch ins Netzwerk 'Frühe Chancen' der Stadt und uns zudem mit den Integrationslotsen besser vernetzen”, ergänzte die Vorsitzende des Trägervereins, der sich im September gegründet hat. Das Projekt ist zunächst für ein Jahr gesichert, weil neben der Stadt auch der Verein zur Förderung der kommunalen Prävention in Emden Kooperationspartner ist. Über dessen Einspringen zeigte sich Fachbereichsleiter Thomas Sprengelmeyer „unheimlich glücklich”. Denn ein erster Antrag auf Mitfinanzierung durch die Krankenkassen war im November abgelehnt worden. Der dagegen eingelegte Widerspruch wird noch geprüft. „Aber eigentlich haben die Krankenkassen erkannt, dass dringender Handlungsbedarf besteht”, sagte er, „deshalb hoffen wir, die Finanzierung noch nachhaltiger aufbauen zu können.”

Gleichstellungsbeauftragte Okka Fekken merkte kritisch an, dass Hebammen-Betreuung eigentlich eine selbstverständliche Leistung sei. „Dass die nicht mehr über die Krankenkassen sichergestellt ist, ist eine Katastrophe.” Sie appellierte daher an die Politik, noch einmal auf allen Ebenen auf bessere Rahmenbedingungen für Hebammen zu drängen.

Die Sprechstunde findet dienstags von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Brückstraße 27 (Agilio) statt, s 01 51/ 44 62 41 45 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

@ Emder Zeitung, 08.Februar 2018

Bernhard Weber und Jury Ott ließen im Pelzerhaus Klassiker aufleben / Spontane Programmänderungen inklusive

Emden. Dass die Gedichte und Lieder von Joachim Ringelnatz, Hans Albers, Kurt Tucholsky und Zarah Leander auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nicht einfach vergessen werden sollten, erlebte eine handverlesene Zuhörerschaft am Samstagabend. Letztlich war es genau ein Dutzend, das sich den Schauspieler und Sänger Bernhard Weber anschauen und anhören wollte. Zusammen mit dem Akkordeonspieler Jury Ott aus der Ukraine lieferte der Hamburger Kleinkunstprofi ein zweistündiges Programm im Pelzerhaus ab.

Für das Gedicht „Arm Kräutchen“, besser bekannt als „Sauerampfer“, vom Kabarettisten Joachim Ringelnatz, benötigte Weber drei Anläufe. Der Text wollte nicht so recht sitzen. Erst nach der Pause zu Beginn der zweiten Hälfte klappte es. Sowieso erweckte das Duo den Eindruck, erst im zweiten Teil richtig aufzuleben. „Die Stimme muss erst warm werden“, so Weber. Der Schauspieler ließ es sich nicht nehmen, mit seinem Publikum zu plaudern, den Blickkontakt zu suchen oder kleine Späßchen zu treiben. Eigenwillig war die Darbietung. Mit den Worten „Für die Intellektuellen unter uns noch etwas Feines“, teilte er sein Publikum in zwei Gruppen. Nicht bei jedem kam das sogleich an. Was Weber dann aber ablieferte, war ganz nah am Original und entzückte.

Bühnenpräsenz zur Trauerbewältigung

Tiefe Einblicke gewährte Weber in seine Jahrzehnte lange Bühnenerfahrung zusammen mit seiner Frau Gunda. Besonders der Part von Zarah Leander wurde sonst von ihr im Programm vertont. Gunda Weber starb im November des letzten Jahres. Für die Verarbeitung der Trauer hilft ihm die Bühnenpräsenz, so Weber schon zu Beginn des Abends.

So war es auch verständlich, dass vielleicht nicht alles an diesem Abend zusammenpasste. Scheinbar spontane Programmänderungen brachten Jury Ott bei der Suche nach den richtigen Noten doch leicht ins Schwitzen. Weber gelang es aber mit seinem eigenwilligen Humor, das Publikum für sich zu gewinnen. Aus dem anfangs vereinzelnd zart aufkommenden Applaus wurde im zweiten Teil deutlich kräftiger Beifall. Ringelnatz' „Kindergebetchen“ und „Ich habe dich so lieb“ wurden genauso zum Besten gegeben wie „La Paloma“ von Hans Albers. Auf Wunsch einer Zuhörerin gab es spontan „Die Made“ von Heinz Ehrhardt. Stücke von Wilhelm Busch und Karl May folgten.

Freddy Quinn gab es auch. Weber, ein bekennender Fan von Quinns Stimme, sang „Die Gitarre und das Meer“ sowie „Junge, komm bald wieder“. Letztlich endete der launische Abend, der Lust darauf machte, sich doch noch mal durch die alten Lieder und Gedichte zu arbeiten. Mit einer Zigarette im Mund verabschiedete Weber jeden einzelnen Gast am Ausgang. Auch das gibt es nicht überall. Kleinkunst eben.

@ Emder Zeitung, 30.Januar 2018
 

Und all überall auf den Tannenspitzen …

In den letzten drei Wochen haben Kinder mit Handicap im Rahmen der Heilpädagogischen Nachmittagsbetreuung der agilio gGmbH in weihnachtlicher Vorfreude gebastelt was das Zeug hält und ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Ursprünglich hatten sie sich vorgenommen zur Eröffnung des Advents am Rathausbogen einen 4,50 Meter hohen Weihnachtsbaum zu schmücken. Weil Unbekannte diesen aber in einer Nacht- und Nebelaktion aus der Brückstraße entwendeten, dekorierten sie stattdessen zwei 2,50 Meter große Weihnachtsbäume. Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen: Zweige erstrahlen im Lichterglanz, rot-glitzernde Christbaumkugeln und selbstgebastelte bunte Papiersterne schmücken die Tannenspitzen! „Den Spaß lassen wir uns nicht nehmen“ sagt Paul Diekmann von der agilio gGmbH und hält sich lachend eine Christbaumkugel ans Ohr.


Das gemeinsame Schmücken des Tannenbaumes – ein Brauch, der zu Weihnachten nicht fehlen darf. Im nächsten Jahr aber hoffentlich ohne böse Langfinger! 

Weihnachtliches von Emdern für Emder und Besucher

Emden. Vor der Kulisse des Rathausbogens (siehe Foto) wird auch in diesem Jahr wieder ein Adventsmarkt von ganz besonderem Charme veranstaltet. Im Zeichen des Ehrenamtes präsentieren die Werbegemeinschaft Rathaus-Karree, das Ostfriesische Landesmuseum und die agilio gGmbH gemeinsam mit weiteren Vereinen, Verbänden und Ehrenamtlichen beim „Advent am Rathausbogen” ihr weihnachtliches Angebot, das von selbstgemachten kleinen Köstlichkeiten bis hin zu kreativem Handwerkszeug reicht.

Die unverwechselbare Atmosphäre des kleinen Budendorfes lädt zum gemütlichen Beisammensein bei Glühwein und Grillwurst und gemeinsamen Stöbern ein. Auch die kleinen Besucher kommen nicht zu kurz, denn auf sie wartet täglich von 16 bis 16.30 Uhr eine kleine Attraktion zum Mitmachen oder Genießen.

Seit 2010 findet der „Advent am Rathausbogen” in der Brückstraße am Rathausbogen statt. Er ist ein kleiner aber feiner Weihnachtsmarkt von Emdern für Emder und Besucher.

Nicht der Verdienst und schon gar nicht der Profit stehen im Zentrum des Tuns, sondern das Angebot und das Aufmerksam machen auf Anliegen (wie zum Beispiel bei der UNICEF), Kulturangebote oder eigenhändig hergestelltes, liebevoll gestaltetes Kunsthandwerk oder Handarbeiten.

Die agilio gGmbH in Kooperation mit der Werbegemeinschaft Rathaus Karree wird auch in diesem Jahr wieder einen zwei Meter langen Christstollen backen und Einzelstücke davon zum Verkauf anbieten. Der Erlös fließt in Projekte zur Entwicklung von ambulanten Wohnformen für Menschen mit Behinderung und hohem Unterstützungsbedarf.

Passend zur Veranstaltung haben die Einzelhändler in der Brückstraße an den beiden Samstagen bis 18 Uhr geöffnet.
 
 
 © Emder Zeitung, 8. Dezember 2017

Advent am Rathausbogen - Markt mit sozialem Engagement

Veranstaltung „Advent am Rathausbogen” vom 8. bis 17. Dezember in der Brückstraße

Emden. Kleine Holzbuden voller kreativer Ideen, Handarbeiten und sozialem Engagement - der Weihnachtsmarkt in der Brückstraße lädt auch in diesem Jahr wieder zu einigen Besonderheiten ein.

Unter dem Titel „Advent am Rathausbogen” präsentiert die Werbegemeinschaft Rathaus-Karree zusammen mit dem Ostfriesischen Landesmuseum und der Agilio gGmbH den mittlerweile achten Adventsmarkt. Im Mittelpunkt stehen auch in diesem Jahr wieder das ehrenamtliche Engagement und das gesellschaftliche Miteinander.

20 unterschiedliche Vereine, Institutionen und Hobbybastler werden sich abwechselnd in den fünf aufgestellten Weihnachtsbuden präsentieren und ihre selbst gemachten Waren anbieten. Einige Hobbykünstler sind zudem mit ihren Ständen in den Geschäften platziert. Die Läden der Brückstraße öffnen an allen vier Adventssamstagen bis 18 Uhr.

Präsentieren werden sich unter anderem die Arbeitsgruppe Emden von Unicef und die Initiative NettWark. Jeden Tag um 16 Uhr gibt es Aktionen für Kinder. Stockbrotbacken und Töpfern standen im vergangenen Jahr hoch im Kurs und werden auch diesmal wieder dabei sein. Basteln und Malen werden das Angebot ergänzen. Auf dem Markt reicht das Angebot dabei von Beton- und Keramikarbeiten, Filzarbeiten und weihnachtlicher Floristik bis hin zu selbst gemachtem Gebäck.

Dat Mundjevoll lädt an den beiden Wochenenden zu Glühwein, Bratwurst und einem zwei Meter langen Stollen ein. „Der Erlös fließt in die Entwicklung von ambulanten Wohnformen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf”, sagte Maike Klingenberg von Agilio im Pressegespräch.

Das Ostfriesische Landesmuseum bietet insbesondere am 9. Dezember ein abwechslungsreiches Programm. So werden in der Kinder-Adventswerkstatt Knusperhäuschen gebaut und bunte Einhorn-Plätzchen gebacken. Im Anschluss findet eine Schnitzeljagd quer durch das Museum statt. „Natürlich mit weihnachtlichem Schatzfund”, betonte Diethelm Krantz vom Landesmuseum.

Eröffnet wird der Weihnachtsmarkt am 8. Dezember um 16 Uhr. Der Kinderchor der Früchteburgschule und der Posaunenchor Wybelsum werden die Eröffnung musikalisch begleiten.

Von Jens Tammen

© Emder Zeitung, 30.11.2017, Bild: E. Hasseler

Willkommen! Wohngruppe lud zum Tag der offenen Tür

Emden. Die Aufregung ist zu spüren. Frauen wuseln mit Kaffeekannen durch die große Gemeinschaftsküche, die Tische sind gedeckt, die selbst gebackenen Kuchen stehen auf dem Buffet. Klaus Baalmann (26) steht an der Haustür. Schließen muss er sie an diesem Nachmittag nicht. Es ist ein ständiges Kommen und wer einmal da ist, der bleibt lange.

Eine neue Wohngemeinschaft für behinderte Menschen stellt im Borssumer Wykhoffweg ihr Zuhause vor. Auch das ist neu und wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewoba errichtet. Acht Bewohner haben dort Platz. Für jeden gibt es ein helles Zimmer mit Waschbecken und Zugang zu einem Balkon oder einer Terrasse. Je zwei Bewohner teilen sich eine Kochnische und ein großzügiges Bad sowie eine Waschmaschine. „So schön ist das hier geworden, jetzt fehlt nur noch der Garten”, sagt eine Besucherin. Sie schaut sich das Zimmer von Maike Wilts (53) an. Die Frau mit Trisomie 21 steht auf Herz. „Ja, Herzen mag ich”, sagt sie, zeigt auf ihre Herzbettwäsche und bittet alle, sich ihr neues Zimmer anzusehen. „Für uns war das ein großer Schritt, aber unsere Tochter hat es uns leicht gemacht”, sagt ihre Mutter. Bis Anfang Oktober lebte Maike Wilts bei ihren Eltern. Die bange Frage, die sich viele Eltern von behinderten Kinder stellen, hat auch das Ehepaar Wilts beschäftigt: Was passiert einmal mit meinem Kind, wenn wir zu alt sind, um uns zu kümmern, oder wenn wir sterben?

Bei Janssens ist das ebenfalls ein Thema. Hinrich Janssen ist Mitinitiator der Wohngemeinschaft. Seit vier Jahren suchte er einen Neubau für eine WG. Seine Tochter Frauke Janssen (43) lebte bisher bei ihren Eltern. Ihr Bruder ist schon lange ausgezogen und hat seine eigene Familie. „Das war unser großer Wunsch, dass hier eine so schöne WG entsteht und unsere Tochter ein eigenes Zuhause hat”, sagt Hinrich Janssen. Schön finden es alle Beteiligten. Deshalb haben sich auch alle - betreut werden die Bewohner von der gemeinnützigen GmbH Agilio - dafür ausgesprochen, das neue Haus der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Bisher sind drei fest eingezogen. Christian Nießen (30), hat schon WG-Erfahrung. Einige Stunden am Tag verbringt er in der neuen Wohngemeinschaft: „Es gab Schwierigkeiten bei der Lieferung des Bettes, wenn das komplett ist, dann schlafe ich auch hier”, berichtet er. Für ihn ist es wichtig, die Tür zumachen zu können, Zuviel Trubel, zu viele neue Menschen, so etwas verunsichert ihn. Seine Familie und Freunde sind bei ihm, und wenn der eine oder andere Besucher zaghaft an die Tür klopft, zeigt er bereitwillig sein neues Zimmer.

„Für mich wurde es auch mal Zeit, selbstständig zu werden”, sagt Frauke Janssen selbstbewusst. Bei den Eltern ist es schön, da geht sie auch noch jeden Mittwoch hin. Ein bisschen schwer fällt es ihr, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, doch wenn sie Musik hört und auf ihrem blauen Sofa sitzt, das sie von Zuhause mitgebracht hat, ist alles in Ordnung.

Tagsüber arbeiten alle vier. Drei bei der obw und einer bei Agilio. Arbeitskollegen kommen zu Besuch und schauen sich alles genau an. „Für mich wäre das schon etwas”, sagt eine Frau. Aber Borssum sei ihr zu weit außerhalb. „Da muss ich ja noch früher aufstehen. Ich arbeite in der Stadt.”

Besucher bringen kleine Geschenke zum Einzug mit. Auch im Hausflur stehen Tischchen mit Kuchen. „Ich hab noch schnell heute Morgen alles durchgesaugt, soll ja auch gut aussehen”, sagt Klaus Baalmann. Die Bewohner haben einen festen Aufgabenplan, erklärt Ina Sandomier von Agilio. Tagsüber werden sie ambulant betreut, nachts ist die Gruppe auf sich gestellt.

Jetzt sind alle gespannt, wer noch einziehen wird. „Es muss auch passen”, sagt Frauke und rückt die Kerzen auf ihrem Tisch zurecht.

Von Ute Lipperheide
 
© Emder Zeitung, 13.11.2017, Bild: Eric Hasseler

Alles Käse - aber aus Ostfriesland

Zu einem besonderen Frühstück im Pelzerhaus kamen knapp 30 Gäste


Emden. Die Region Ostfriesland hat kulinarisch einiges zu bieten. Man muss es den Menschen nur näherbringen. Das verbirgt sich hinter einem Gemeinschaftsprojekt von Agilio, dem Nabu Ostfriesland, dem Woldenhof Wiegboldsbur, dem Ökowerk und Slow Food Ostfriesland. Gestern stand ein besonderes Frühstück im Kulturcafé im Pelzerhaus auf dem Speiseplan.

Die zweite Veranstaltung der Reihe „Selten aufgetischt” lockte knapp 30 zahlende junge und ältere Frühstücker ins denkmalgeschützte Renaissancehaus. Das Büffet umfasste Schnitt- und Weichkäse, Quark- und Frischkäsevariationen in herzhaft und süß. Die Milch stammte von Kühen, Schafen und Ziegen, und die Produzenten sitzen in Pilsum, Eilsum und Friedeburg.

Auf weißen Papierschildern stand zu lesen, was von wem ist, was man da isst. Das Brot war selbst gebacken. Und natürlich war zwar sehr viel, aber nicht „alles Käse” wie der Titel der Aktion versprach. Rührei, Räucherlachs und Obstsalat hatte der für diesen Vormittag verantwortliche Koch Benedict Jasperse mit seinem Team ebenfalls bereitet.

Das Frühstück gab es zum Preis eines Schnitzels „Wiener Art”. Doch der kommerzielle Gedanke rückt hier, wie Agilio-Geschäftsführer Dieter Peters im Gespräch mit der Emder Zeitung betonte, in den Hintergrund: „Für uns ist es wichtig, den regionalen und saisonalen Aspekt in den Vordergrund zu stellen.”

Den Anfang hatte ein Abend über Heckrinder aus Coldam (Landkreis Leer) mit entsprechender Verkostung gemacht. Im Januar soll es ein Heidschnucken-Essen geben. Eigentlich ein Nutztier, das eng mit der Lüneburger Heide verbunden ist.

Nicht so bekannt ist, dass es auch die Weiße gehörnte Heidschnucke im Bereich Weser-Ems gibt. Alte, seltene Haustierrassen haben die Veranstalter von „Selten aufgetischt” im Visier. Dabei solle jeder Abend gewissermaßen ein rundes, regionales Paket sein. Wie bei der Premiere mit dem Heckrinder-Essen im Oktober: Fleisch aus dem Landkreis Leer, Kartoffeln aus einem ostfriesischen Migrationsprojekt und Äpfel fürs Dessert aus dem Ökowerk in Borssum. Peters: „Uns geht es auch darum, die Wertschöpfung in der Landwirtschaft dieser Region zu zeigen.” axl

© Emder Zeitung, 13.11.2017, Bild: Eric Hasseler

Heckrind aus Coldam, frische Äpfel aus dem Borssumer Ökowerk und Kartoffeln aus ostfriesischen Äckern - im Kulturcafé im Pelzerhaus wurde am Freitagabend leckeres Essen mit regionalen Zutaten aufgetischt. Zu der Veranstaltungsreihe eingeladen hatten der Naturschutzbund (Nabu) Ostfriesland, der Nabu Woldenhof, das Ökowerk Emden, Slow Food Ostfriesland und die Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistung in Ostfriesland (Agilio). Die Teilnehmer ließen es sich schmecken. Die Grundidee für die Reihe ist es, neben Produkten aus der Region auch das Bewusstsein für fairen Handel und ökologische Verantwortung zu stärken. Deshalb gab es neben dem schmackhaften Menü auch jede Menge Wissenswertes rund um die verwendeten Produkte. GO

© Ostfriesen Zeitung, 30.10.2017

Lena-Mord diente als Inspiration

Lesung Roland Siegloff stellte seinen Krimi in Emden vor 

Den zweiten Teil des Abends gestaltete Olaf Büttner, der - als Gegenpart zum ersten Programmpunkt - einen humorvollen Roman im Gepäck hatte.

"Als ich vor fünf Jahren im Berliner DPA-Büro die Nachrichten von dem Lena in Emden über den Bildschirm laufen sah, horchte ich auf. Denn mit der Stadt Emden verbindet mich ja immer noch vieles", erklärte Roland Siegloff am Donnerstagabend in den Emder Pelzerhäusern.

Siegloff - Journalist, Autor, und gebürtiger Emder - las dort aus seinem Roman "Schlagt das Schwein tot". Die Veranstaltung war Teil der "10. Ostfriesischen Krimitage".

Der Mord, der die Seehafenstadt bundesweit in die Negativschlagzeilen brachte, inspirierte Siegloff dazu, das Buch zu schreiben (die OZ berichtete). Sieben Kapitel las der Autor den knapp 20 Zuhörern aus diesem Roman vor. Sie lauschten der Handlung gebannt. Siegloffs Buch ist keine Dokumentation des Falles in Emden. Die Handlung ist erfunden, die Figuren ebenfalls. Alles erleben die Leser in verschiedenen Erzählperspektiven jeweils aus der Sicht der verschiedenen Romanfiguren. Schlagwörter wie Schuld, Festnahme und Verzweiflung wirken aufdringlich realistisch. Der Autor nimmt sich zurück, stellt nur dar und überlässt die Bewertung dem Leser.

Den zweiten Teil des Abends bestritt der Wilhelmshavener Krimischriftsteller Olaf Büttner (61) mit Auszügen aus seinem neuen Kriminalroman "Friesenschwindel". Darum geht es um eine skurrile Person mit dem eigentümlichen Namen Reent Reents, der sich nach einem Lottogewinn von sieben Millionen Euro den Wunsch erfüllt, Privatdetektiv zu werden. Dabei hilft ihm der Hund Ricky, der eigentlich seiner polnischen Nachbarin gehört. Büttner führte die Zuhörer querbeet auf unterhaltsame Weise durch den kompletten Roman, ohne jedoch dabei das Ende der Handlung zu verraten. Nach zwei Stunden ging ein literarischer Krimiabend in historischem Ambiente zu Ende, wie er inhaltlich nicht unterschiedlicher in seiner Auswahl hätte sein können: In dem einen Teil ein beklemmender Stil der Authentizität, in dem anderen humorvolle Unterhaltung. Von Werner Zwarte

© Ostfriesen Zeitung, 04.11.2017, Bild: W. Zwarte

 

Einladung zum Picknick der anderen Art

Von Gaby Wolf s 0 49 21 / 89 00-415

Emden. Mit Veranstaltungen, die aus dem Rahmen fallen, wieder mehr Leben in die Brückstraße bringen - das hat sich die Werbegemeinschaft Rathaus-Karree auf die Fahnen geschrieben. Am Freitag, 1. September, gibt es davon bereits die nächste Kostprobe. Dann soll ab 18 Uhr ein sogenanntes „Dîner en blanc” für jedermann unter freiem Himmel stattfinden. „Wir sind mit den Vorbereitungen noch nicht ganz fertig, aber wenn kein dickes Gewitter aufzieht, wollen wir dort weiß auftafeln”, bestätigte Initiator Dieter Peters, Geschäftsführer des Karree-Mitglieds Agilio, gestern auf Anfrage der Emder Zeitung.

Jeder kommt in Weiß und bringt etwas mit

Aus dem Französischen übersetzt, heißt „Dîner en blanc” so viel wie „zu Abend essen in Weiß”. Tatsächlich handelt es sich um ein großes abendliches Picknick, zu dem jeder eigene Speisen, Getränke, Teller und Gläser mitbringt und - daher der Name - möglichst komplett in Weiß gekleidet ist. „Das hat eine besondere Wirkung und gibt einfach ein schönes Bild ab”, sagte Peters. Auch die Straße soll weiß geschmückt und das Rathaus beleuchtet werden. Die Geschäfte haben bis 20 Uhr geöffnet.

Was einmal aus einer exklusiven, aber dann massiv überfüllten privaten Gartenparty in Paris entstanden ist, hat sich in den größeren Städten Europa inzwischen zu einer geselligen Zusammenkunft für Menschen aus allen Gesellschaftsschichten gewandelt. Und das soll es auch am 1. September in der Brückstraße sein. „Wir haben auch Abdou Ouedraogo vom Integrationsrat angesprochen, damit vielleicht eine noch größere Vielfalt an Menschen und Gerichten zusammenkommt”, ergänzte Peters.

Über Land ist das „Dîner en blanc” mancherorts auch schon zu Nachbarschaftstreffen einzelner Straßengemeinschaften oder Wohnsiedlungen umgemünzt worden, etwa in Groothusen. Von dort brachten Hero und Inge Boomgaarden die Idee eines „Dîner en blanc” bei der Spargel-Tafel des Rathaus-Karrees im Juni ins Gespräch. Peters und Agilio griffen die Idee auf.

Weil eigenes Essen auf den Tisch kommt und untereinander getauscht und probiert wird, waren dafür eventuell greifende hygienische Auflagen zu klären. „Wir haben mit der Aufsichtsbehörde bereits alles besprochen”, sagte Peters. „Da das Essen nicht kommerziell angeboten wird, liegt es in der privaten Verantwortung. Wir empfehlen auf jeden Fall, darauf zu achten, keine Speisen mit rohen Eiern darin mitzubringen und auch keine Speisen, die nicht durchgegart sind”, sagte Peters.

Damit nicht jeder alles mitschleppen muss, kümmern sich Werbegemeinschaft und Emder Touristik um Tische und Bänke. Von Agilio kann man gegen eine freiwillige Spende das bekommen, was auf dem Tisch vielleicht doch noch fehlt (Getränke, Teller, kleinere Speisen). Diese Spende soll der Entwicklung neuer Wohnformen für Menschen mit mehrfach schwersten Behinderungen zugutekommen.

@ Emder Zeitung, 17. August 2017

Projekt von Gewoba und agilio schließt Versorgungslücke in Emden

Im Wykhoffweg in Emden-Borssum entstehen momentan mehrere Neubauten. In einem der 5 neuen Gebaüde hat die GeWoBa in Abstimmung mit agilio Wohnungen für Menschen mit Behinderung entstehen lassen, die ansonsten womöglich stationär untergebracht werden müssten. In diesen neuen Wohnungen sollen sie weitestgehend selbständig leben, können aber bei Bedarf von agilio-Mitarbeitern betreut werden. Noch im Mai sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Die Emder Zeitung und die Ostfriesen-Zeitung berichten.

Die Initiatoren des Projekts laden alle Interessierten zu einer Besichtigung des Objekts am 03. Mai, um 17:00 Uhr, im Wykhoffweg 46 ein. Um eine kurze Voranmeldung unter 04921-993897-0 wird gebeten.

Zum Artikel der Emder Zeitung: EZ 26.04.17.Projekt Wohnen für Menschen mit Behinderung

© Emder Zeitung, 26.04.2017, Foto: E. Hasseler

Zum Artikel der Ostfriesen-Zeitung: OZ Emden 26.04.17-Projekt Wohnen für Menschen mit Behinderung © Ostfriesen-Zeitung, 26.04.2017

Kontakt

agilio gGmbH

Am Delft 6/7
26721 Emden

Tel. 04921-82046-0
Mail: info@agilio.de

Über uns

Die agilio gGmbH ist ein gemeinnütziger Träger, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu fördern und ihre Selbstbestimmtheit und Individualität durch das Angebot von passgenauen und flexiblen Unterstützungsleistungen zu stärken.